Kasse gemacht für guten Zweck

Christian Dürr an der Kasse
Scannen, wiegen und kassieren: Christian Dürr hatte sich an der Edeka-Kasse schnell eingearbeitet, auch dank der Anleitung von Mitarbeiterin Christa Voigt (links). Bild: Hergen Schelling

Schierbrok Am laufenden Band potenzielle Wähler kennenzulernen, war ein interessanter Nebenaspekt von Christian Dürrs Tätigkeit am Dienstagmorgen – aber nicht der Grund, warum sich der FDP-Bundestagskandidat im Wahlkreis 28 (Delmenhorst / Wesermarsch/Oldenburg-Land) für eine halbe Stunde an die Kasse im Schierbroker Edeka-Markt von Otto Boekhoff setzte. Es ging vielmehr um den guten Zweck – und um Informationsaustausch.

Das Unternehmen bitte regelmäßig Politiker zu Marktbesuchen, erklärte Bettina Stolt, Sprecherin von Edeka Minden-Hannover, um einerseits über aktuelle Themen des Lebensmittel-Einzelhandels zu sprechen und andererseits mit den prominenten Gästen an der Kasse Spenden für gemeinnützige Zwecke vor Ort zu sammeln. In Schierbrok profitierte der Hospizkreis Ganderkesee-Hude, dem Christian Dürr selber angehört, vom Arbeitseinsatz des FDP-Politikers: Was der Noch-Fraktionschef im Landtag in 30 Minuten an Warenpreisen verbuchte, stockte Markt-Inhaber Otto Boekhoff am Ende auf 500 Euro auf – diese Summe überreichten Dürr und Boekhoff gleich nach der Aktion an den Hospizkreis, vertreten durch den 2. Vorsitzenden Rainer Heinken und Kassenwartin Annegret Ullmann.

Anschließend zogen sich Dürr, die Rats- und Kreistags-Fraktionschefin Marion Daniel und weitere Ganderkeseer Liberale mit Otto Boekhoff, Bettina Stolt und David Volkert aus der Hamburger Edeka-Zentrale zur Gesprächsrunde zurück. Es ging um den Fachkräfte-Mangel, den auch die Lebensmittelbranche zunehmend spürt, und um die Rolle von Edeka als Genossenschaftsverbund inhabergeführter Märkte im Wettbewerb mit Discountern und großen Handelsketten. „Unsere Märkte werden von Kaufleuten vor Ort geleitet“, betonte Bettina Stolt. Auch bei den Produkten werde viel Wert auf Regionalität gelegt. Und die Steuern blieben stets in der Gemeinde.

Kein Thema bei der Zusammenkunft war die jüngste Auseinandersetzung, die Otto Boekhoff mit der Gemeinde Ganderkesee geführt hat: Vehement und gestützt durch ein von ihm in Auftrag gegebenes Gutachten hatte sich der Schierbroker Kaufmann gegen die Möglichkeit der Ansiedlung eines zusätzlichen Einzelhandels-Marktes im Bookholzberger Neubaugebiet Bargup ausgesprochen, Dass die Mehrheit im Rat trotzdem für ein Mischgebiet votierte, in dem nun ein Markt gebaut werden könnte, hält Boekhoff für „falsch“, wie er am Dienstag auf Nachfrage noch einmal bekräftigte. Für ihn selber, so Boekhoff, sei das Thema nun erstmal abgehakt. „Aber ich habe es an Edeka weitergeleitet“, sagte er.

Quelle: Nordwest-Zeitung vom 12.07.2017